Erläuterungen zur Übersicht

Als Opfer fragen Sie sich nach der erlittenen Tat häufig, was man jetzt tun muss? Soll Strafanzeige erstattet werden?  
Welche Rechte habe ich, wer hilft mir, meine Opferrechte durchzusetzen?
Wo erhalte ich als Opfer psychische Hilfe?

 

Der sogenannte Opferschutz regelt die Rechte von Opfern einer Straftat.
Wer Opfer einer Straftat wird, befindet sich in einer schwierigen Situation. Die seelischen und oft auch körperlichen Folgen der Tat müssen verarbeitet werden.

Der Verletzte fragt sich in dieser Lage, was er tun soll oder muss? Welche Rechte oder Pflichten hat man als Opfer?

 

 

Der sogenannte Opferschutz regelt die Rechte von Opfern einer Straftat.


Muss das Opfer Strafanzeige stellen?

Es ist Ihnen als Opfer dringend zu raten, Strafanzeige zu erstatten. Hierdurch erfährt die Polizei und die Staatsanwaltschaft von der Straftat und kann Ermittlungen einleiten.
Durch diese Ermittlungen werden Beweise gesichert, die Ihnen helfen, die erlittene Tat durch den Täter zu beweisen und Ihre Opferansprüche gegen den Täter besser geltend zu machen.

Im Zuge des Strafverfahrens gegen den Täter werden Ihnen als Opfer etliche Möglichkeiten eröffnet, Schadenswiedergutmachung und Schadenersatzansprüche (Adhäsionsverfahren, Täter-Opfer-Ausgleich, strafrechtlicher Vergleich) geltend zu machen.
Hierdurch erhält das Opfer zügig die Chance, nicht selbst gegen den Täter in einem zusätzlichen zivilrechtlichen Prozess vorgehen zu müssen.

Wenn die Polizei nicht bereits Kenntnis von der Straftat gegen Sie erlangt hat, empfiehlt sich eine Strafanzeige, die bei jeder Polizeistelle kostenlos erstattet werden kann.
Sie oder Ihr Rechtsbeistand können die Strafanzeige auch schriftlich an die Polizeibehörde schicken, wenn Ihnen als Opfer der Gang zur Polizeidienststelle zu belastend erscheint.

Wenn Sie keine Anzeige erstatten, birgt dies auch die Gefahr, dass der Täter in der Zukunft wieder Straftaten begeht, oftmals wieder gegen Sie, da Sie sich ohnehin nicht gewehrt haben bei der vorherigen Tat.

Darüber hinaus verlangen z. B. Versicherungen in aller Regel den Nachweis einer Strafanzeige wenn Sie Ansprüche geltend machen.


Welche Rechte habe ich als geschädigter Zeuge?
Im Strafverfahren ist das Opfer auch Zeuge. Als Zeuge ist das Opfer verpflichtet, wahrheitsgemäß auszugehen und muss bei der Polizei, Staatsanwaltschaft und vor Gericht aussagen.
Jedoch muss auch der geschädigte Zeuge nicht „auf Teufel komm raus“ alle Fragen in einer Vernehmung beantworten.


Habe Sie als Opfer das Recht auf einen
 Rechtsbeistand?
Als Verletzter und als Zeuge haben Sie das Recht, einen Rechtsbeistand zu beauftragen. Er nimmt Ihre Interessen und Rechte als Opfer und Zeuge war. Ihr Rechtsbeistand darf Sie zu jeder Vernehmung begleiten.
Oftmals ist der kundige Rechtsbeistand in der schwierigen Situation der Vernehmung bei der Polizei oder bei Gericht auch ein seelischer Beistand, der Ihnen hilft, diese belastende Situation besser zu bewältigen.

Der Verletzte einer Straftat hat auch das Recht, zur Vernehmung eine Person seines Vertrauens mitzunehmen.


Habe Sie als Opfer ein
 Zeugnisverweigerungsrecht. §§ 52 ff STPO
Wenn Sie sich durch eine Aussage selber belasten. Darüber hinaus können Sie die Aussage aus persönlichen Aussage verweigern, wenn Sie mit dem Täter verwandt, verheiratet oder verlobt sind und durch Ihre Aussage einen nahen Angehörigen belasten. Auch berufliche Gründe (Berufsgeheimnisträger) berechtigen Sie zur Verweigerung der Aussage.

Habe ich als Opfer ein Recht auf
 Geheimhaltung meiner Adresse?
Ihr Rechtsbeistand kann bei schwerwiegenden Straftaten durchsetzen, dass Ihre Adresse nicht in der Anzeige und in den Akten genannt wird. (§ 68 STPO) In diesem Fall kann die Anschrift der Kanzlei Ihres Rechtsbeistandes in den Akten aufgeführt werden.
Sie erhält der Täter keine Kenntnis von Ihrem Aufenthalt.



Verweigerungsrechte bei einer Aussage.
Sie haben als geschädigte Zeuge hat auch das Recht, auf Fang- oder Suggestivfragen nicht zu antworten. Auch auf Fragen, die nicht zur Sache gehören, können Sie die Aussage verweigern. § 241 STPO

Sie haben das Recht bloßstellende Fragen nicht zu beantworten. § 68a STPO

Als Opfer haben Sie unter besonderen Voraussetzungen das Recht, während Ihrer Aussage vor Gericht den Täter von der Verhandlung ausschließen zu lassen. § 247 STPO

Zum Schutze der Privatsphäre des Opfers oder besonderer Geschäfts- oder Betriebsgeheimnisse haben Sie das Recht die Öffentlichkeit im Strafprozess ausschließen zu lassen. §§ 171b, 172 GVG

Habe ich als Opfer ein Recht auf
 Akteneinsicht?
Ihr Rechtsanwalt kann Akteneinsicht beantragen. So erhalten Sie als Opfer frühzeitig und umfassend einen genauen Überblick über die Ermittlungen. Dadurch erhalten Sie wiederum die Möglichkeit, frühzeitig Anträge zu stellen, um Ihre Rechte und Ansprüche als Opfer geltend zu machen.


Habe ich ein
 Informationsrecht als Opfer?
Als Opfer können Sie beantragen, über den Ausgang des Strafprozesses (Urteil) gegen den Täter schriftlich informiert zu werden.